DMAO 2019         4. und 5. Mai

Eva Wolffheim, erster Schultag, 1933 (c)Karen Levi

Eva Wolffheim im Berliner Tiergarten (c) Karen Levi

Von 1932 bis 1939 lebt Eva Wolffheim mit ihren Eltern und dem fünf Jahre älteren Bruder Günther in der Flotowstraße in Berlin-Tiergarten. Bei ihrer Einschulung 1933 strahlt sie. Drei Jahre später wird sie von der öffentlichen Schule verwiesen. Ein anderes Foto zeigt Eva im Tiergarten, ihrem Lieblingsspielplatz, den sie schon bald nicht mehr betreten darf. Sie ist 11 Jahre alt, als die Familie nach Shanghai flüchtet. Heute ist sie 91 und lebt in San Francisco.

       Am 4. Mai kommt ihre Tochter Karen Levi aus Rockville/Maryland nach Berlin, um in der ehemaligen Wohnung der Wolffheims in der Flotowstraße 9 an ihre Familie zu erinnern. Karen Levi wird aus ihrem Buch "Love and Luck. A young Woman's Journey from Berlin to Shanghai to  San Franciso" lesen und mit den heutigen Bewohnern sprechen, die ihre Wohnung für Karen, ihre Schwester Connie Levi und interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer öffnen.
Foto: Karen Levi und Eva Levi geb. Wolffheim (c)Karen Levi


(c) Claudia Samter, Buenos Aires

Ein Bild noch aus guten Berliner Tagen. Max und Else Simon geb. Stargardt (links), mit ihrer Tochter Helga und dem Schwiegersohn Hugo Kaufmann (rechts). In der Mitte steht Elses Schwester Frida mit ihrem Mann Willi Kastan. 
Hugo Kaufmann gelang noch im März 1941 die Flucht in die USA. Max Simon flüchtete am 15. Oktober 1941 in den Tod. Else Simon und ihre Tochter Helga wurden zusammen mit Helgas vierjähriger Tochter Yvonne Luise am 3. Februar 1943 aus der Rosenheimer Straße 40 nach Auschwitz deportiert.

 

Claudia Samter lebt in Buenos Aires. Sie hat DENK MAL AM ORT im vergangenen Sommer gefunden, nachdem sie einen Artikel von Susana Fernández Molina über DMAO in der spanischen Zeitung El País las. Es brauchte noch einige Wochen und Mails, bis Claudia und wir uns bewusst wurden, dass es drei Mitglieder ihrer Familie waren, die in die Rosenheimer Straße 40 zwangseinquartiert und von dort nach Auschwitz deportiert wurden: Else Simon (Claudias Großtante), Helga Kaufmann (Claudias Tante) und Yvonne Luise (Claudias Cousine). Seit 2016 erinnert Marie Rolshoven an sie in ihrer Wohnung, mit Dokumenten aus Berliner Archiven, es schien kein einziges Bild mehr zu geben. Bis jetzt. Bis Claudia Samter uns fand und ihr Fotoalbum öffnete. Danke, Claudia, für dein Vertrauen.

Danke, Susana Fernández Molina, ohne deinen Artikel und ohne dein Projekt Citycise  würde es diese Begegnung nicht geben.

Claudias Mutter, Ursula Samter geb. Kastan, war ein junges Mädchen, als sie 1938 mit ihrer Pfadfindergruppe nach Argentinien entkam. 
Claudia Samters Wunsch ist es, im kommenden Mai nach Berlin zu reisen und in der Wohnung in der Rosenheimer Straße an die verlorenen Mitglieder ihrer Familie zu erinnern und die abenteuerliche Fluchtgeschichte ihrer Mutter zu berichten. Wir hoffen und wünschen so sehr, dass wir das schaffen. 

Die Schwestern Frida Kastan und Else Simon mit ihren Töchtern Ursula Kastan und
Helga Kaufmann in Berlin

(c) Claudia Samter, Buenos Aires

 


Alle Gedenkveranstaltungen von 2018 finden Sie hier:
DMAO 2018